Aus für Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens?

Am 26. Oktober 2016 eröffnete die Präsidentin des Landtags Nordrhein-Westfalen, Carina Gödecke[1], die neue landtagshistorische Dauerausstellung „Haus der Parlamentsgeschichte“ in der Villa Horion nahe am Düsseldorfer Rheinufer. Die Ausstellung verzichtet nahezu vollständig auf dreidimensionale Ausstellungsobjekte oder „Flachware“ und setzt stattdessen auf Information in Ton und Bild. Allerdings sind diese nicht selbsterklärend, sondern bedürfen – so sieht es das Ausstellungskonzept vor – der Kontextualisierung in Form von Erläuterungen des dafür vorgesehenen Personals. Die obligatorische Form des Ausstellungsbesuches sind demnach geführte Rundgänge für Gruppen von bis zu 15 Personen nach Voranmeldung.[2] In vier Räumen, die in ihrer Ausstattung und in ihrer Gestaltung an die vier bisherigen Orte – Düsseldorfer Opernhaus, Henkel-Werke in Düsseldorf-Holthausen, Ständehaus am Schwanenspiegel, neuer Landtag am Rhein – erinnern, in welchen das Parlament seit 1946 tagte, bringt man den Besucherinnen und Besuchern in komprimierter Form 70 Jahre Landtagsgeschichte näher.

In ihrer ebenso ansprechenden wie kurzweiligen Eröffnungsrede[3] verlieh Gödecke ihrer Hoffnung Ausdruck, dass ihr Amtsvorgänger Eckhard Uhlenberg[4] sich mit dem Haus der Parlamentsgeschichte zufrieden gebe. Ursprünglich – seit dem Jahr 2010 – hatte Uhlenberg, der sich als derzeitiger 1. Vize-Präsident des Landtages unter den Anwesenden befand, die Einrichtung eines „Hauses der Geschichte Nordrhein-Westfalens“ avisiert, ähnlich wie es etwa das Land Baden-Württemberg für Baden-Württemberg (in Stuttgart)[5] oder die „Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ für die Bundesrepublik Deutschland (in Bonn)[6] unterhalten.

Ist das Thema „Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens“ damit erledigt? Vielleicht sollte diese Frage auch außerhalb recht überschaubarer, exklusiver Zirkel einmal erörtert werden…

 


 

[1] Vgl. zur Person http://www.carina-goedecke.de/index.php?mod=content&menu=501&page_id=4395 (Abruf vom 04.12.2016).

[2] Vgl. zu Ausstellung und Anmeldungsmodalitäten https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_II/II.6/Haus_der_Parlamentsgeschichte/Landtagsgeschichtliche_Dauerausstellung_in_der_Villa_Horion/index.jsp (Abruf vom 04.12.2016).

[3] Der komplette Text der Rede findet sich online unter https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_II/II.1/Pressemitteilungen-Informationen-Aufmacher/Aufmacher/2016/10/2610_EOe_Haus_der_Parlamentsgeschichte/2610_Rede_EOe_Haus_der_Parlamentsgeschichte.pdf (Abruf vom 04.12.2016).

[4] Vgl. zur Person http://www.eckhard-uhlenberg.de/persoenliches (Abruf vom 04.12.2016).

[5] Vgl. http://www.hdgbw.de/ (Abruf vom 04.12.2016).

[6] Vgl. http://www.hdg.de/bonn/ (Abruf vom 04.12.2016).

 

 

Zitierweise:
Schlemmer, Martin: Aus für Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens?, in: Rheinische Geschichte – wissenschaftlich bloggen, 06.12.2016, http://histrhen.landesgeschichte.eu/2016/12/aus-fuer-haus-der-geschichte/

Dr. Martin Schlemmer

Dr. Martin Schlemmer

Studierte in Bonn Geschichte ∙ Arbeitete von 2005 bis 2009 beim Landesarchiv Baden-Württemberg ∙ Seit 2009 beim Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abt. Rheinland, Arbeitsschwerpunkte: Betreuung oberster und oberer Landesbehörden, Edition der Kabinettsprotokolle der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen. Seit Juni 2016 im Fachbereich Grundsätze, Zuständigkeit: Archivierung elektronischer Unterlagen
Dr. Martin Schlemmer
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