Verstecktes Eigenlob Die Grabinschrift für Engelbert II. von Valkenburg als Medium des Ranganspruchs der Stadt Bonn

Bonner Münster; Bildquelle wikicommons

Grabdenkmäler erfüllen mehrere Funktionen: Sie dienen der Memoria und Repräsentation des Verstorbenen sowie des von ihm ausgeübten Amtes oder auch seiner Familie. Dass sie aufgrund ihres repräsentativen Charakters zur Vermittlung politischer Inhalte genutzt und von unterschiedlichen Auftraggebern manchmal sogar Jahrhunderte nach dem Tod des Verstorbenen vereinnahmt wurden, zeigt die Grabinschrift des Kölner Erzbischofs Engelbert II. von Valkenburg (1261–1274) im Bonner Münster.[1]

Diese ist in mehrerlei Hinsicht bemerkenswert: Neben dem Bestattungsort – die Kölner Erzbischöfe wurden seit dem Spätmittelalter mit wenigen Ausnahmen im Kölner Dom beigesetzt – fallen die Schrift sowie der Inhalt der Grabinschrift auf. Letzterer weist nur wenige der Bestandteile auf, die für eine Grabinschrift üblich waren, denn es fehlen Angaben zum Todestag, der Grabstätte sowie eine Aufforderung zur Fürbitte für den Verstorbenen. Außer dem Namen und Amt des Verstorbenen – Engelbertus de Falkenburg Archiepis(copus) Col(oniensis) – bietet die Inschrift keine weiteren Informationen über diesen. Stattdessen steht das Lob der Stadt Bonn, welche hier mit der antiken Stadt Verona gleichgesetzt wird, als Bestattungsort im Fokus der Grabinschrift: floreat · in · celis · tua · laus · Verona · fidelis ·filia · tu · matris · Engilberti · qua · patris · Que · sua · metropolis · non · habet · ossa · colis (Dein Ruhm, treues Verona, möge in den Himmeln erstrahlen! Als Tochter der Mutter und des Vaters Engelbert pflegst du seine Gebeine, die die Bischofsstadt nicht besitzt).[2]

Grabplatte Engelbert II. von Valkenburg im Bonner Münster (Foto AWK NRW, Arbeitsstelle Inschriften, Fotografin Gerda Hellmer)

Die Inschrift ist auch paläographisch auffällig. Der Teil, der auf die Überlegenheit Bonns als Beisetzungsort Engelberts gegenüber der Bischofsstadt Köln verweist, ist in epigraphischer gotischer Minuskel ausgeführt, die erst im 14. Jahrhundert im deutschen Kulturraum verwendet wurde. Dies deutet auf die Anfertigung des Inschriftenteils in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts hin . Die erste Zeile der Grabinschrift – Engelbertus de Falkenburg Archiepis(copus) Col(oniensis) – ist in einer epigraphischen Frakturschrift ausgeführt, die erst für die Zeit ab 1580 in Bonn nachweisbar ist. Somit sind beide Teile der Inschrift auf ein Jahrhundert bzw. drei Jahrhunderte nach Engelberts Tod zu datieren. Ob dabei die gesamte Tumbenplatte oder lediglich die Grabinschrift (neu)gefertigt wurde, ist nicht ermittelbar.[3] Jedoch liegt ein zeitlicher Zusammenhang zwischen der Fertigung des in Fraktur ausgeführten Inschriftenteils und der Neuausstattung des Bonner Münsters nach dessen Plünderungen durch kurkölnische Soldaten im Zuge des Kölnischen Krieges 1583 und 1587 nahe. Dabei war die Innenausstattung weitestgehend zerstört oder geraubt worden, ein Feuer 1590 führte zur weiteren Beschädigung der Kirche.[4] Der Bonner Stiftsscholaster Gerhard Alectorius gen. Haen, der mit der Neuausstattung des Bonner Münsters nach der Zerstörung beauftragt wurde, nennt das Grabmal Engelberts zwar nicht unter den zerstörten Artefakten.[5] Jedoch ist eine Anfertigung des in Fraktur ausgeführten Inschriftenteils im Zuge der fast vollständigen Erneuerung der Inneneinrichtung aufgrund des paläographischen Befundes naheliegend. Der in gotischer Minuskel ausgeführte Inschriftenteil ist zeitlich nicht genauer einzuordnen. Es ist sowohl denkbar, dass er in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts angefertigt wurde und Name sowie Titel des Verstorbenen Ende des 16. Jahrhunderts ergänzt wurden, als auch, dass beide Teile der Inschrift Ende des 16. Jahrhunderts angefertigt wurden und der Wechsel von der neueren in die ältere Schrift dazu diente, die vermeintliche Tradition Bonns als Grablege der Kölner Erzbischöfe zu betonen. Im ersteren Falle würde dies die repräsentative Funktion zeigen, die der Grablege des ersten in Bonn bestatteten Kölner Erzbischofs zugemessen wurde – sowohl ein Jahrhundert als auch drei Jahrhunderte nach dessen Tod.

Die Fokussierung der Grabinschrift auf Bonn legt überdies die Vermutung nahe, dass sie von der Stadt Bonn selbst in Auftrag gegeben wurde,[6] um die Bedeutung der Stadt für den Kölner Erzbischof als Grablege und Residenz zu betonen. Die kleinere Stadt positioniert sich hiermit gegenüber der ‚Großen Welt‘ und Reichsstadt Köln. Bonn wird als Zufluchtsort und Grablege des Kölner Bischofs in dessen Konflikt mit der Stadt Köln präsentiert. Durch die Anbringung dieser Inschrift an dem Grabmal des ersten in Bonn bestatteten Erzbischofs wird zudem eine Tradition Bonns als Grablege der Kölner Erzbischöfe suggeriert. Dies trifft jedoch mitnichten zu. Zwar wurden vier Kölner Erzbischöfe im Bonner Münster begraben, jedoch nur einer – Heinrich von Virneburg (1304–1332), ehemaliger Bonner Stiftspropst und Stifter der Barbarakapelle des Bonner Münsters – wurde auf seinen Wunsch hin in Bonn beigesetzt.[7] Engelbert und sein Nachfolger Siegfried von Westerburg (1275–1297) wurden aufgrund eines über die Stadt Köln verhängten Interdiktes in der Bonner Kirche beigesetzt. Ruprecht von der Pfalz (1275–1297) wurde die Bestattung im Dom aufgrund seiner bis zu seinem Tod anhaltenden Exkommunikation von dem Kölner Domkapitel verweigert.[8] Engelbert wurde überdies zunächst provisorisch in Bonn beigesetzt, vermutlich war die Überführung seiner Gebeine nach der Aufhebung des Interdikts geplant. Erst als sich abzeichnete, dass auch sein Nachfolger Siegfried nicht im Kölner Dom beigesetzt werden könne, stiftete dieser für seinen Vorgänger ein Grabdenkmal und 1295 eine Memoria in Bonn.[9] Dass die Bestattung Engelberts in Bonn nicht als Regelfall angesehen wurde, spiegelt sich zudem darin wider, dass die Kölner Bischofschronik dafür das Interdikt als Grund benennt, obwohl die Bestattungsorte der anderen Kölner Erzbischöfe unkommentiert genannt werden.[10] Sowohl das Kölner Domkapitel als auch die Kölner Erzbischöfe hielten am Kölner Dom als traditionelle Grablege der Metropoliten fest, wie es sich seit der Beisetzung Konrads von Hochstaden (1238–1261) im Neubau des Dom etabliert hatte.[11]

Verona-Pfennig revers 1288-1297, Münzherr Ebf. Siegfried von Westerburg; Bildquelle Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18206479. Aufnahme durch Lutz-Jürgen Lübke (Lübke und Wiedemann).

Den Ranganspruch, den die Bonner Grabinschrift stellt, verdeutlicht neben der suggerierten Tradition einer Bischofsgrablege auch die Bezeichnung Bonns als Verona. Die Gleichsetzung Bonns mit dem römischen Verona tritt erstmals Ende des 10. Jahrhunderts auf Münzen sowie in der Passio Gereonis, eine im 11. Jahrhundert verfasste, erzählende Quelle über das Martyrium der Thebäischen Legion, auf und wird von der Forschung als Versuch gedeutet, die Gleichrangigkeit Bonns mit Köln und Xanten auszudrücken. Diese beiden Städte besaßen ebenso wie Bonn – Cassius und Florentius – Reliquien römischer Märtyrer – Gereon und Viktor – und wurden mit antiken Stadtnamen betitelt: Köln wurde als Agrippina bezeichnet, Xanten als Troja.[12]  Im Hochmittelalter wurde die Bezeichnung Verona für Bonn nur spärlich,[13] ab dem Ende des 13. Jahrhunderts jedoch verstärkt genutzt. So wird der Name in der Umschrift des Bonner Stadtsiegels von 1244 verwendet, sowie in der Umschrift der von Siegfried von Westerburg und Heinrich von Virneburg in Bonn geprägten sogenannten Verona-Pfennige. Siegfried prägte diese, nachdem er als Folge seiner Niederlage bei Worringen 1288 die erzbischöfliche Münzstätte von Köln nach Bonn verlagert hatte. Auch hier sollte die Gleichsetzung Bonns mit Verona die Gleichrangigkeit Bonns mit Köln ausdrücken. Auch Heinrich von Virneburg ließ in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts Verona-Pfennige prägen.[14] Die präsente Verwendung der Bezeichnung Veronas für Bonn im 13. und der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts deutet auf die Datierung des in gotischer Minuskel ausgeführten Teils der Grabinschrift für Engelbert in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts hin. Die Bezeichnung Bonns als Verona ist somit in Rangstreitigkeiten zwischen Bonn und Köln eingebettet. Die Grabinschrift beansprucht jedoch nicht nur die Gleichrangigkeit Bonns mit der Bischofsstadt, sondern als Grablege von Kölner Erzbischöfen sogar einen Rangvorsprung der ‚Kleinen Welt‘ vor der ‚Großen Welt‘.

Stadtsiegel Bonn 1280; Bildquelle Wikicommons

Darüber hinaus gibt die Bezeichnung Bonns als Verona auch Aufschluss über Auftraggeber und Adressaten des in gotischer Minuskel ausgeführten Teils der Inschrift, da sie und ihre Verwendung zwar in Gelehrtenkreisen[15] und – wie die Verwendung auf Siegeln und Münzen zeigt – in politischen Kreisen bekannt war, jedoch weniger allgemein. Somit stammte der Auftraggeber vermutlich aus der gehobenen, gelehrten Schicht und wandte sich an politische und gelehrte Rezipienten. Dies untermauert die Vermutung, dass die Grabinschrift, deren inhaltlicher Fokus auf dem Lob der Stadt Bonn liegt, auch von dieser in Auftrag gegeben wurde.[16] Hinsichtlich des in Fraktur ausgeführten Inschriftenteils, der Name und Titel des Verstorbenen nennt, sind sowohl die Stadt Bonn als auch das Bonner Stiftskapitel mögliche Auftraggeber.

Inhaltlich besteht ein Zusammenhang zwischen der Grabinschrift Engelberts mit einer heute verlorenen Inschrift, die zwischen der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstanden ist und sich an einem nicht identifizierbaren Gebäude der Propstei nahe des kurfürstlichen Schlosses befand. Die Inschrift lautet: Bonna solum felix, celebris locus, inclyta tellus / Florida martyrio, terra sacrata Deo. / Exulibus requies, asylum mite fuisti, / Semper et externi te reperere suam (Bonn, glückliche Stätte, gefeierter Ort, berühmtes Land, blühend durch das Martyrium als Gott geweihte Erde. Den Verbannten bist du Ruhestätte und friedvolle Zuflucht gewesen, und die Fremden haben dich stets als die Ihre erfahren).[17] Es handelt sich um ein Städtelob, in dem Bonn als Ort des Martyriums der Heiligen Cassius und Florentius sowie als Ruhe- und Zufluchtsstätte der Verbannten und Heimat der Fremden gepriesen wird. Für ein Städtelob ist es auffallend individuell gestaltet, denn diese literarische Gattung zeichnet sich durch einen stereotypen und von Topoi geprägten Charakter aus.[18] Die Inschrift verweist auf den Konflikt der Kölner Erzbischöfe mit der Stadt Köln um die Stadtherrschaft, der seit dem Hochmittelalter bestand und im Zuge dessen sich die Metropoliten oft nicht in Köln aufhielten.[19] Sowohl das Städtelob als auch die Grabinschrift Engelberts betonten die Bedeutung und den Rang Bonns als Zufluchts- und Aufenthaltsort der Erzbischöfe im Kontext des Konflikts mit ihrer Bischofsstadt sowie die Treue Bonns zum Kirchenfürsten. Der Konflikt wird hier inschriftlich zur Selbstdarstellung der Stadt Bonn als Residenzstadt und Grablege der Erzbischöfe vereinnahmt.

Zeichnung der erzbischöflichen Residenz in Bonn, Baltharsar Friedrich Leizel 1780er-Jahre; Bildquelle wikicommons

Zwar hielten sich die Kölner Erzbischöfe seit Konrad von Hochstaden aufgrund ihres immer wieder aufbrechenden Konflikts mit der Stadt Köln vermehrt in Bonn auf,[20] jedoch waren auch Brühl, Godesberg, Lechenich und Poppelsdorf häufige Aufenthaltsorte der Kölner Erzbischöfe, mit denen Bonn um den Status der erzbischöflichen Residenz konkurrierte. Erst 1500 wurde Bonn zur dauerhaften Residenz der Kölner Erzbischöfe, die zuvor hauptsächlich in Brühl residiert hatten. 1525 siedelte die Verwaltung nach Bonn über und am 2. Januar 1597 wurde die Stadt erstmals offiziell von Ferdinand von Bayern (1612–1650), zu diesem Zeitpunkt Koadjutor seines Onkels Erzbischof Ernsts von Bayern (1583–1612) und dessen späterer Nachfolger, als Residenz und Sitz der Verwaltung der Kölner Erzbischöfe bezeichnet.[21] Allerdings ließen sich die Kölner Erzbischöfe auch nach der offiziellen Ernennung Bonns zur erzbischöflichen Residenz weiterhin im Kölner Dom beisetzen.[22] Bonn war somit zum Zeitpunkt der Entstehung der Grabinschrift Engelberts und des Städtelobs, anders als die beiden Inschriften suggerieren, weder traditionelle Residenz noch traditionelle Grablege der Kölner Erzbischöfe. Vielmehr sind beide Inschriften im Kontext der Konkurrenz Bonns mit der Bischofsstadt Köln und den anderen erzbischöflichen Residenzstädten zu sehen. Mithilfe der Inschriften und den darin enthaltenen Verweisen auf den Konflikt zwischen Kölner Erzbischof und der Stadt Köln betonte die Stadt Bonn ihre Treue gegenüber dem aus seiner Bischofsstadt vertriebenen Metropoliten und ihre Bedeutung für diesen als Zufluchtsort und Grablege. Dadurch sollte Bonn besonders gegenüber den anderen Residenzstädten hervorgehoben und für die Stadt der Rang als erste Residenz und Grablege der Kölner Erzbischöfe beansprucht werden. Die inschriftliche Bearbeitung dieses Konkurrenzverhältnisses über drei Jahrhunderte hinweg spiegelt dessen dauerhafte Aktualtität für die Stadt und das Stift Bonn wider. Zielpublikum dieser Botschaft über die Bedeutung Bonns war vermutlich der Kölner Erzbischof selbst und die Angehörigen seines Hofes, da sich die Inschriften in der Stiftskirche und im Stiftsgebiet befanden, zu dem nur Geistliche und Angehörige des erzbischöflichen Hofes und Verwaltungsapparats Zugang hatten. Zudem deuten die Bezeichnung Bonns als Verona, die Ausführung in Latein und die Verwendung der antiken, rhetorischen Literaturgattung des Städtelobs auf die Adressierung eines gelehrten Rezipientenkreises hin. Anhand der Grabinschrift Engelberts und des Städtelobs lässt sich somit die Nutzung epigraphischer Denkmäler zur Vermittlung politischer Ansichten und Absichten durch den Auftraggeber erkennen; der Erzbischof sollte der Stadt Bonn verpflichtet werden. Die Stadt Bonn vereinnahmte die Grabinschrift Engelberts zugunsten der eigenen politischen Repräsentation und vermittelte mithilfe der beiden behandelten Inschriften eine bestimmte Interpretation der Aufenthalte und Bestattungen der Kölner Erzbischöfe in Bonn mit Blick auf eine Aufwertung des ‚kleinen‘ Bonn gegenüber dem ‚großen‘ Köln.

 


[1] Das Grabmal befand sich ursprünglich neben dem St. Magdalena-Altar, heute ist es am Ende des südlichen Seitenschiffs direkt unter der Orgel und neben dem Eingang zum Kreuzgang an der Wand angebracht, vgl. Richard Pick, Zur Geschichte der Münsterkirche in Bonn, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 42 (1884), S. 71–119, hier S. 115–119.

[2] Helga Giersiepen, DI 50, Bonn, Nr. 39, online: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di050d004k0003901 (abgerufen am 17.01.2023). Eine kurze Beschreibung des Grabmals sowie die Grabinschrift ist auch zu finden bei Dorothea Terpitz, Figürliche Grabdenkmäler des 15. bis 17. Jahrhunderts im Rheinland, Leipzig 1997.

[3] Vgl. Giersiepen, DI 50 Bonn (wie Anm. 2), Nr. 39.

[4] Vgl. Irmingard Achter, St. Martin Münsterkirche. Basilica minor. Münsterplatz, in: Kirchen in Bonn. Geschichte und Kunst der katholischen Pfarreien und Gotteshäuser, hg. von Josef Herberg, Petersberg 2011, S. 40–56, hier S. 45; Thomas P. Becker, Der Alltag des Krieges. Das Rheinland im Kölner Krieg, in: Krieg und Kriegserfahrungen im Westen des Reiches 1568–1714, hg. von Andreas Rutz (Herrschaft und soziale Systeme in der Frühen Neuzeit 20), Göttingen 2016, S. 121–139, hier S. 127; Edith Ennen/Dietrich Höroldt, Vom Römerkastell zur Bundeshauptstadt. Kleine Geschichte der Stadt Bonn, Bonn3 1976, S. 108; Julia Niemann, Tradition – Transformation – Identität. Eine interdisziplinäre Studie zur Architektur, Innenraumgestalt und Liturgie der Bonner Münsterkirche (Bild – Raum – Feier. Studien zu Kirche und Kunst 19), Regensburg 2020, S. 53f., 160; Pick, Münsterkirche (wie Anm. 1) S. 91–93. Ders., Zur Geschichte des Bonner Münsters X. Die Unfälle des Münsters im 16. Jahrhundert, in: Bonner Zeitung 167 (1869), S. 2–3 beschreibt das Ausmaß der Zerstörung des Bonner Münsters 1583.

[5] Vgl. Pick, Münsterkirche (wie Anm. 1), S. 93f. Laut Achter, St. Martini (wie Anm. 4), S. 53 seien nur Steinbildwerke von den Zerstörungen Ende des 16. Jahrhunderts verschont worden. Die Ausstattung sei dennoch fast vollständig erneuert worden, so Niemann, Tradition (wie Anm. 4), S. 331.

[6] Vgl. Giersiepen, DI 50 Stadt Bonn, Nr. 39 (wie Anm. 2).

[7] Heinrichs Grab befand sich vor dem Eingang der von ihm gestifteten Barbarakapelle des Bonner Münsters. Sein Grabmal ist heute nicht mehr erhalten, vgl. Hans Lehner/Walter Bader, Baugeschichtliche Untersuchungen am Bonner Münster, in: Bonner Jahrbücher 136/137 (1932), S. 1–216, hier S. 129.

[8] Vgl. Giersiepen, DI Bonn 50, Nr. 31† (Siegfried von Westerburg), online: https://www.inschriften.net/bonn/inschrift/nr/di050-0031.html (abgerufen am 19.01.2023) und Nr. 50 (Ruprecht von der Pfalz), online: https://www.inschriften.net/bonn/inschrift/nr/di050-0050.html (abgerufen am 19.01.2023). Das Grabmal Siegfrieds ist nicht mehr erhalten, vgl. Achter, St. Martin (wie Anm. 4) S. 55.

[9] Vgl. Chronica regia Coloniensis. Martini Continuatio Coloniensis, ed. Georg Waitz (MGH Script. rer. Germ. 18), Hannover 1880, S. 355; Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter. 3. Band: 1205 – 1304. 2. Hälfte 1261 – 1304, bearb. von Richard Knipping (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 21), Bonn 1909, ND 1964, Nr. 2587; Albrecht Brendler, Engelbert von Falkenburg, Erzbischof von Köln (1274), in: Rheinische Lebensbilder 16, hg. von Franz-Josef Heyen, Köln 1997, S. 7–31, hier S. 29 und Giersiepen, DI 50 Bonn, Nr. 39 (wie Anm. 2). Zur Beisetzung Siegfrieds in Bonn siehe Wolfgang Georgi, Die Grablegen der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter, in: Dombau und Theologie im mittelalterlichen Köln. Festschrift zur 750-Jahrfeier der Grundsteinlegung des Kölner Domes und zum 65. Geburtstag von Joachim Kardinal Meisner 1998, hg. von Ludger Honnefelder/Norbert Trippen/Arnold Wolff, Köln 1998, S. 233–265, hier S. 259.

[10] Vgl. Georgi, Grablegen (wie Anm. 9) S. 261.

[11] Zur Etablierung des Kölner Doms als Grablege der Kölner Erzbischöfe seit dem Spätmittelalter siehe Ders., Grablegen (wie Anm. 9), S. 248, 251, 265 und Stefan Heinz/Barbara Rothbrust/Wolfgang Schmid, Die Grabdenkmäler der Erzbischöfe von Trier, Köln und Mainz, Trier 2004, S. 12–14.

[12] Zur Bezeichnung Bonns mit Verona siehe Wilhelm Levison, Bonn – Verona, in: Aus rheinischer und fränkischer Frühzeit. Ausgewählte Aufsätze, hg. von Wilhelm Levison, Düsseldorf 1948, S. 164–171; Josef Niessen, Bonna – Verona, in: Bonner Geschichtsblätter 3 (1947), S. 23–33 und Manfred van Rey, Bonn – Verona. Eine Annäherung, in: Bonner Geschichtsblätter 68 (2018), S. 7–42. Zur Bezeichnung Xantens als Troja und deren politischen Nutzung siehe Heinz Finger, Troja am Rhein: Von der Sancta Troia zum Trojanerkönig Johannes, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 225 (2022), S. 11–25.

[13] Vgl. Niessen, Bonna (wie Anm. 12), S. 27 und van Rey, Bonn (wie Anm. 12), S. 13.

[14] Die Umschrift des Stadtsiegels lautet: SIGILLVM ANTIQVE VERONE NVNC OPIDI, die der sogenannten Verona-Pfennige lautet: BEATA VERONA VINCES. Auch Heinrich von Virneburg ließ solche Verona-Pfennige prägen, vgl. Edith Ennen/Dietrich Höroldt, Kleine Geschichte der Stadt Bonn, Bonn 1967, S. 50 und van Rey, Bonn (wie Anm. 12), S. 34 und Klaus Militzer, Verwaltete Herrschaft. Die kurkölnischen Residenzen im Spätmittelalter (Veröffentlichungen des Historischen Vereins für den Niederrhein 4), Köln/Weimar/Wien 2019, S. 149.

[15] Vgl. Militzer., Verwaltete Herrschaft (wie Anm. 15), S. 149.

[16] Auch das Bonner Stift St. Cassius könnte der Auftraggeber gewesen sein, der inhaltliche Fokus weist jedoch eher auf die Stadt Bonn hin.

[17] Giersiepen, DI 50 Bonn, Nr. 71†, online: https://www.inschriften.net/bonn/inschrift/nr/di050-0071.html (abgerufen am 19.01.2023).

[18] Vgl. Klaus Arnold, Städtelob und Stadtbeschreibung im späteren Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, in: Städtische Geschichtsschreibung im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, hg. von Peter Johanek (Städteforschung A 47), Köln/Weimar/Wien 1999, S. 249–270, hier S. 251; Carl J. Classen, Die Stadt im Spiegel der Descriptiones und Laudes urbium in der antiken und mittelalterlichen Literatur bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts (Beiträge zur Altertumswissenschaft 2), Hildesheim 1986, S. 61, 65 und Hermann M. Goldbrunner, Laudatio urbis. Zu neueren Untersuchungen über das humanistische Städtelob, in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 63 (1983), S. 312–328, hier S. 325.

[19] Eine kurze Zusammenfassung dieses Konflikts bietet Hugo Stehkämper, “Köln contra Köln”. Erzbischöfe und Bürger im Ringen um die Kölner Stadtautonomie, in: Stadt und Kirche, hg. von Franz-Heinz Hye (Beiträge zur Geschichte der Städte Mitteleuropas 13), Linz a. d. Donau 1995, S. 53–82.

[20] Vgl. Ennen/Höroldt, Stadt Bonn (1967) (wie Anm. 14), S. 49 und Norbert Schloßmacher, Eine Residenz für Bonn, in: Die Schlacht bei Worringen. Freiheit für Köln, Stadtrecht für Düsseldorf, eine Residenz für Bonn, hg. von Tilman Röhrig, Köln 1988, S. 43–46, hier S. 44. So hielt sich auch Engelbert oft in Bonn auf und baute das dortige erzbischöfliche Haus aus, vgl. Brendler, Engelbert (wie Anm. 9), S. 23f. und Florian Indenbirken, Das Schloß im 16. und 17. Jahrhundert, in: Das kurfürstliche Schloß in Bonn. Residenz der Kölner Erzbischöfe, hg. von Georg Satzinger, Berlin 2007, S. 11–18, hier S. 11.

[21] Vgl. Achter, St. Martin (wie Anm. 4), S. 41; Ennen/Höroldt. Stadt Bonn (1967) (wie Anm. 14), S. 64; Militzer, Verwaltete Herrschaft (wie Anm. 15), S. 188f. und Rudolf Schieffer, Das Bonner Münster in seinem historischen Umfeld, in: Bonner Geschichtsblätter 53/54 (2004), S. 45–55, hier S. 50. Zur Ernennung der Stadt zur offiziellen Residenz siehe Ennen/Höroldt, Römerkastell (wie Anm. 4), S. 118; Edith Ennen, Die kurkölnische Residenz Bonn und ihr Umland in einem Jahrhundert der Kriege, in: Bonn als kurkölnische Haupt- und Residenzstadt. 1597–1794, hg. von Dietrich Höroldt (Geschichte der Stadt Bonn 3), Bonn 1989, S. 15–204, hier S. 20. Die Verordnung vom 2. Januar ist zu finden bei Johann J. Scotti, Sammlung der Gesetze und Verordnungen, welche in dem vormaligen Churfürstenthum Cöln (im rheinischen Erzstifte Cöln, im Herzogthum Westphalen und im Veste Recklinghausen) über Gegenstände der Landeshoheit, Verfassung, Verwaltung und Rechtspflege ergangen sind, vom Jahre 1463 bis zum Eintritt der Königl. Preußischen Regierungen im Jahre 1816. 1. Abtheilung, enthält die Gesetzgebung für den gesammten Chur-Staat Cöln bis zu seiner gänzlichen Auflösung am Ende d. J. 1802. 1. Theil vom Jahre 1463 bis zum Jahre 1730, und von Nr. 1 bis Nr. 400 (Provinzialgesetze 3), Düsseldorf 1831, Nr. 38, S. 205.

[22] Vgl. Georgi, Grablegen (wie Anm. 9), S. 265.; Heinz/Rothbrust/Schmid, Grabdenkmäler (wie Anm. 11), S. 132 und Bernhard Rösch, Die Inschriften der Grabmäler im Kölner Dom bis 1802. Eine epigraphische Handreichung, Frankfurt a. M. 2004, S. 51–53.

 

Zitierweise:
Clegg, Victoria: Verstecktes Eigenlob. Die Grabinschrift für Engelbert II. von Valkenburg als Medium des Ranganspruchs der Stadt Bonn, in: Histrhen. Rheinische Geschichte wissenschaftlich bloggen, 23.02.2023, http://histrhen.landesgeschichte.eu/2023/02/verstecktes-eigenlob-grabinschrift-engelbert-valkenberg-clegg

Druckversion
Sophia Victoria Clegg

2 Kommentare zu “Verstecktes Eigenlob Die Grabinschrift für Engelbert II. von Valkenburg als Medium des Ranganspruchs der Stadt Bonn

  1. Richard Hedrich-Winter

    Sehr interessanter Aufsatz! Den hätte ich mir für die “Bonner Geschichtsblätter” gewünscht.

Beitrag kommentieren

Ihre E-Mail wird nicht öffentlich sichtbar sein. Erforderliche Felder sind markiert mit einem *

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.