1818 wurden in Bonn mit Ernst Moritz Arndt und Karl Dietrich Hüllmann die ersten beiden Professuren für Geschichte besetzt. Die Strukturen, Inhalte und personelle Besetzung der Bonner Geschichtswissenschaft haben sich zwischen den ersten Professuren, der Gründung des Historischen Seminars 1861 und dessen Umbenennung zum Institut für Geschichtswissenschaft (IGW) 2006 grundlegend verändert. Zum ersten Mal widmete sich dieser Entwicklung nun eine Ausstellung: Unter dem Titel „Von Intriganten, Pedanten und Biergenies – Schlaglichter auf die Bonner Geschichtswissenschaft im Wandel der Zeit“ wurden vom 17.09. – 03.12.2025 anlässlich des Bonner Historikertags Führungen angeboten, die schlaglichtartig den Weg der Fachrichtung in Bonn nachzeichneten und deren zunehmende Institutionalisierung und Ausdifferenzierung hervorhoben. Weiterlesen
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Das Erbe auf dem Prüfstand Die Akten zur Geschichte der Wasserburg Veynau bei Euskirchen

Eine Collage aus Dokumenten des Konvoluts und dem Plan und Aufriss im Hintergrund [Foto: Uni Bonn, 2025]
„Jan Wellem“ im großen Thronsaal der Münchner Residenz Beispiele aus den kurfürstlichen Sammlungen und Zeugnisse der Hofhaltung in Düsseldorf und Schloss Bensberg in München und im Münchner Umland

Statue von „Jan Wellem“ im Thronsaal des
„Festsaalbaus“ (Ausschnitt, bearb.), 1930 / 1940?, Bildarchiv Foto Marburg, Aufnahme-Nr. 27.462, © Bildarchiv Foto Marburg
Kurfürst Johann Wilhelm II. von der Pfalz (1658-1716), auch „Jan Wellem“ genannt, war in Form einer überlebensgroßen, vergoldeten Bronzestatue zwischen 1842 und 1944 knapp 102 Jahre lang im Thronsaal des „Festsaalbaus“ der Münchner Residenz präsent.[1] Bei der Auswahl von zwölf Persönlichkeiten des Hauses Wittelsbach hatte König Ludwig I. „Jan Wellem“ den Vorzug gegenüber dessen vier Jahre jüngerem Verwandten, Rivalen und politischem Gegner, dem Kurfürsten Maximilian II. Emanuel von Bayern (1662-1726) gegeben.
Der Weg ist das Ziel Das Reisetagebuch von Leopold Eltester

Handschriftliche Titelseite des “Reisetagebuches” von Leopold Eltester, das im Rara-Bestand der Bibliothek der Abteilung für Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte aufbewahrt wird.
„Wenn jemand eine Reise tut, / so kann er was verzählen.“[1] Dieses weit bekannte Zitat aus „Urians Reise um die Welt“ von Matthias Claudius trifft augenscheinlich nur in abgewandelter Weise auf das vorliegende Reisetagebuch des preußischen Juristen und Archivars Leopold (von) Eltester zu. Für diesen Text müsste es vielmehr heißen: Wenn jemand eine Reise tut, so kann er etwas aufzählen. Weiterlesen
Zwischen Kindertaufen, Kirchenbau und Kriegsgefahr Georg Ulrich Wennings Kirchenbuch und die hochdeutsch-reformierte Gemeinde Vaals (1649-1696)
Bei der Fußballeuropameisterschaft der Männer im Jahr 2000 in Belgien und den Niederlanden nutzte der Deutsche Fußballbund die Lage des malerischen Örtchens Vaals und schlug sein Quartier dort, nur wenige Meter hinter der deutsch-niederländischen Grenze auf. „Sehr ruhig, die Räumlichkeiten stimmen, wir können uns frei bewegen“, mit diesen Worten beschrieb Bundestrainer Erich Ribbeck das Mannschaftsquartier.[1] Diese Aussage hätte freilich auch von manch einem Aachener im 17. Jahrhundert getroffen werden können. Damals allerdings nicht wegen der Fußballreligion, sondern wegen des reformierten Bekenntnisses, denn dessen Ausübung war in der katholischen Reichsstadt Aachen verboten, in Vaals jedoch erlaubt und das machten sich einige Aachener zunutze. Von diesem regen Verkehr nach Vaals legt eine Quelle im Rara-Bestand der Bibliothek der Abteilung für Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte der Universität Bonn beredtes Zeugnis ab. Weiterlesen


