Wendepunkte: Friedensende und Friedensanfang vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Gegenwart

Die Frage, warum und unter welchen Umständen Frieden aufgegeben und unter welchen er wiederhergestellt wird, stand im Zentrum der Osnabrücker Tagung ‚Wendepunkte. Friedensende und Friedensanfang vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Gegenwart‘. Dementsprechend hoben Ulrich Schneckener (Osnabrück) und Michael Rohrschneider (Bonn) einleitend das Paradoxon hervor, dass Menschen in bestimmten Situationen bereit sind, den als höchstes Gut anerkannten Frieden zugunsten des als verderbenbringendes Übel geltenden Krieges aufzugeben.

Vor diesem Hintergrund waren Sozial- und Geschichtswissenschaftler*innen zu einem Experiment eingeladen, bei dem epochenübergreifend anhand dreier Fallbeispiele die Kernfrage der Tagung diskutiert werden sollte. Im Zentrum standen drei Konflikte: der Dreißigjährige Krieg (1618–1648/50), der Erste Weltkrieg (1914–1918/19) und die Kriege im ehemaligen Jugoslawien (1991–2001). Sie wurden ausgewählt, weil sie grundlegende Ähnlichkeiten aufwiesen. So handele es sich bei allen drei Fallbeispielen um langanhaltende und komplexe Konflikte von großer räumlicher Ausdehnung. Zudem ließe sich stets eine Eskalation in vertikaler und horizontaler Ebene feststellen, also sowohl ein Anstieg der Gewaltintensität als auch eine Zunahme der Zahl der beteiligten Akteure. Alle drei Konflikte seien darüber hinaus nicht nur machtpolitisch motiviert, sondern auch ideologisch beeinflusst gewesen. Schließlich ließen sich bei allen Fallbeispielen Übergangsphasen zwischen Krieg und Frieden in Form von Dynamiken und Wendepunkten erkennen. In diesem Kontext betonten die Veranstalter, dass Krieg und Frieden grundsätzlich idealtypische Konstrukte seien, die in der Realität kaum trennscharf voneinander abgegrenzt werden könnten, sondern die meistens prozesshaft ineinander übergingen.

Anhand des epochenübergreifenden Zugriffs der Tagung versuchten die Mitwirkenden generalisierbare Gründe für Friedensenden und Friedensanfänge herauszuarbeiten. Dabei ging es um sich wiederholende Handlungsmuster, ähnelnde Pfade, Wegmarken und Wendepunkte. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch dabei helfen, den Blick für gegenwärtige und zukünftige Kriegsgefahren zu schärfen.

Ihr Ziel verfolgte die Tagung in vier Sektionen, die methodische Grundlagen, Friedensenden, Friedensversuche sowie Friedensanfänge in den Blick nahmen.

Die erste Sektion stellte analytisch-theoretische Zugänge zur Thematik der verschiedenen beteiligten Fachdisziplinen vor. ANNA GEIS (Hamburg) präsentierte Ansätze der sozialwissenschaftlichen Friedens- und Konfliktforschung, Guido Braun (Mulhouse) sprach aus Sicht der historischen Friedensforschung zur Frühen Neuzeit, bevor Bo Stråth (Helsinki) die Sektion als Vertreter der Geschichtsschreibung zum 19. und 20. Jahrhundert abschloss. In seinem Impuls skizzierte Ulrich Schneckener (Osnabrück) zunächst die Kerninteressen der Sektion und erläuterte dabei u.a. das Wendepunkte-Konzept, das nach Ereignissen bzw. Prozessen fragt, die eine Wende vom Frieden zum Krieg und umgekehrt wesentlich bedingt haben. Diesen Aspekt erweiterten die Vortragenden aus den unterschiedlichen Fachperspektiven, indem sie grundlegende Begriffsfragen untersuchten. So könne der Friedensbegriff einerseits negativ als Abwesenheit von Krieg, aber mit Johan Galtung auch breiter, als positiver Frieden unter der Abwesenheit struktureller Gewalt definiert werden, wie Geis ausführte. Braun betonte die Bedeutung prozessualer Übergänge zwischen Krieg und Frieden, die sich für das 17. Jahrhundert etwa anhand von nicht offiziell erklärten Kriegen oder fortgesetzten Kämpfen bei gleichzeitigen Friedensverhandlungen sichtbar machen ließen. Gerade der Blick auf den Alltag der Bevölkerung, ihren Umgang mit den Risiken des Krieges und Traumata verdeutliche, dass Frieden nicht auf Vertragswerke reduziert werden könne und somit ein offeneres Begriffsverständnis nötig sei. Eine weitere Leitfrage griff das Potential epochenvergleichender Forschung auf. Hierzu wies Geis auf die Grenzen hin, die sich besonders anhand des Aufkommens und der Tätigkeit internationaler Organisationen wie der UNO insbesondere seit 1990 ergäben. Die große Anzahl von Friedensinitiativen und Meditationsversuchen der UNO böten der stark datenbasiert arbeitenden Sozialforschung zwar ein immenses Analysepotenzial, durch fehlende Pendants in früheren Epochen seien Vergleiche jedoch kaum möglich. Einen analytischen Zugang zum Verständnis von Krieg und Frieden über längere Zeiträume hinweg bot abschließend Stråth. In Anknüpfung an das Konzept der ‚Wiederholungsstrukturen‘ nach Reinhart Koselleck präsentierte er ein Zyklenmodell aus Vorkriegszeit, weltweitem Krieg und Nachkriegszeit. Demnach werde durch die stets wiederkehrende sukzessive Erosion des allgemeinen Diktums von ‚Nie wieder Krieg‘ zurück an den Ausgangspunkt einer neuen Vorkriegszeit gelangt. Bei einem Geltungsanspruch mindestens für die Zeit von den Napoleonischen Kriegen bis nach dem Zweiten Weltkrieg bezieht das Modell innerstaatliche beziehungsweise innergesellschaftliche Faktoren wie soziale Konflikte mit ein. Die einleitende Sektion legte somit durch eine überblicksartige Darstellung verschiedener fachspezifischer Zugriffsweisen die Basis für die nach Kriegsphasen gegliederten Analysen der Fallbeispiele in den nachfolgenden Tagungssektionen.

In der zweiten Sektion widmeten sich Maria-Elisabeth Brunert (Bonn), Armin Heinen (Aachen) und Florian Bieber (Graz) den Entwicklungen, die zu einem Friedensende führten. In seiner Einführung wies Christoph Rass (Osnabrück) auf die definitorischen und analytischen Probleme bezüglich des Übergangs vom Frieden zum Krieg hin, die bei der Suche nach den entscheidenden Wendepunkten zu beachten seien. Das besondere Augenmerk der Vortragenden galt anschließend der Leitfrage, welche Bedeutung strukturellen oder personellen, lang- oder kurzfristigen Faktoren im jeweiligen Fallbeispiel zukam. Für den Dreißigjährigen Krieg hätten, so Brunert, schon zeitgenössisch einerseits strukturelle Entwicklungen im Alten Reich in den Jahrzehnten vor dem Krieg, die religiöses und verfassungsrechtliches Konfliktpotential mit sich brachten, andererseits aber auch konkrete Ereignisse wie der Prager Fenstersturz als Kriegsgründe gegolten. Darüber hinaus sei zu beachten, dass einige Strukturen die große zeitliche und geographische Ausdehnung des Konflikts vorbestimmten; so hätte etwa die große Bedeutung der böhmischen Kurstimme für die Kaiserwahl das Ausufern des zunächst lokal begrenzten böhmischen Aufstands befördert. Heinen schilderte für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschiedene kurz- und langfristige Erklärungsmuster, die entweder das Handeln einzelner Akteure, strukturelle Faktoren wie das politische System oder kulturelle Krisenerscheinungen im frühen 20. Jahrhundert in den Mittelpunkt rücken. Als Ergänzung der konkurrierenden Ansätze formulierte Heinen die Überlegung, dass Ehre als entscheidendes Kriterium zu betrachten sei. Politiker aller beteiligten Staaten hätten ein auf die Nation übertragenes Konzept von Ehre vertreten, was Kompromisse verhindert habe. Ebenfalls eine Abwägung akteurszentrierter und struktureller Kriegsursachen verfolgte Bieber für die Kriege im ehemaligen Jugoslawien. Die Staatskrise der 1980er Jahre könne etwa genauso wenig monokausal für den Gewaltausbruch verantwortlich gemacht werden wie das Handeln einzelner Politiker oder der Führung der Jugoslawischen Volksarmee. Weitere Faktoren wie die Demokratisierung ab 1990 oder regionale Besonderheiten erschwerten eine Charakterisierung des Konflikts. Deswegen könnten die Auseinandersetzungen nicht ausschließlich auf die augenscheinlich im Mittelpunkt stehende ethnische Ebene heruntergebrochen werden. In seinem Sektionskommentar nahm auch Philipp Gassert (Mannheim) auf die Thematisierung struktureller und persönlicher Faktoren Bezug. Dabei betonte er das Problem, dass ein Fokus auf Akteure einzelfallübergreifende Betrachtungen erschwere. Außerdem führte er aus, dass Friedenssicherung vor allem durch systemische Stabilität hergestellt werde.

Die dritte Sektion widmete sich fehlgeschlagenen Friedensinitiativen und fragte dafür insbesondere nach den Gründen des jeweiligen Scheiterns. Diesbezüglich formulierte Michael Rohrschneider einleitend die These, die Bedeutung erfolgloser Friedensverhandlungen sei für die Analyse eines Konfliktes ähnlich aussagekräftig wie die von erfolgreichen Friedensschlüssen. Zudem wies er auf das analytische Potential von Typologisierungen und Systematisierungen von Formen der Friedensstiftung hin, was die Referenten Volker Arnke (Osnabrück), Holger Afflerbach (Leeds) und Thorsten Gromes (Frankfurt am Main) im Folgenden an den Fallbeispielen demonstrierten. Arnke griff die Aspekte struktureller und personeller Faktoren für Friedensinitiativen während des Dreißigjährigen Krieges auf und betonte dabei die Bedeutung divergierender Strategien der Friedenswiederherstellung. Insbesondere hätten sich die kaiserlichen Initiativen zu Separatfrieden und die französische Forderung nach einem Universalfrieden diametral gegenübergestanden und so einen endgültigen Frieden lange verhindert. Darauf aufbauend formulierte er die These, dass der – im konkreten Beispiel durch militärische Misserfolge der kaiserlichen Partei beeinflusste – Strategiewechsel einen entscheidenden Wendepunkt darstelle. Afflerbach präsentierte anschließend die Friedensinitiativen während des Ersten Weltkriegs und die Gründe für ihr Scheitern bis zur militärischen Entscheidung durch die Niederlage der Mittelmächte. Friedenshindernisse hätten sowohl zwischen den Gegnern als auch auf beiden Seiten intern bestanden. Zu ersteren zählen etwa die völlig unvereinbaren Kriegsziele mit Bezug auf Elsass-Lothringen, letztere betreffen etwa Koalitions- und Massendynamiken, die den Handlungsspielraum der Akteure einschränkten. Weitere Systematisierungsschritte verfolgte Afflerbach für die Versuche zur Beendigung des Kriegs sowie für die geplanten Nachkriegsordnungen. Zuletzt systematisierte Gromes anhand der fehlgeschlagenen Friedensversuche in den Jugoslawienkriegen verschiedene grundlegende Schwierigkeiten in der Kriegsbeendigung. Er nannte etwa Probleme aufgrund der Parallelität von Verhandlungen und Kampfhandlungen wie die Hoffnung auf militärische Intervention als Antrieb einer der Parteien. Diese und ähnliche Beispiele demonstrierten die oft übersehenen Wechselwirkungen zwischen Krieg und Friedensinitiativen. Diesen Aspekt griff Johannes Burkhardt (Augsburg) in seinem Kommentar auf, in dem er die Bedeutung von Parallelitäten und Übergangsphänomenen zwischen Krieg und Frieden gerade bei der Betrachtung gescheiterter Friedensinitiativen betonte. Zudem hob er die positiven Seiten der Fehlschläge hervor, die eine Basis für erneute Verhandlungen und Möglichkeiten zur Analyse böten.

Die Wiedergewinnung des Friedens thematisierten im vierten und letzten Panel Dorothée Goetze (Bonn) und Lena Oetzel (Salzburg) in einem gemeinsamen Beitrag sowie Gerhard Hirschfeld (Stuttgart) und Marie-Janine Calic (München). Mit ihrem Impuls lud Siegrid Werstphal (Osnabrück) zu einem Blick insbesondere auf die Entwicklungen ein, die eine Wende von stillstehenden Gesprächen hin zum Frieden ermöglichten. Diese seien sowohl im Kriegsgeschehen als auch in der Verhandlungsführung zu suchen, weshalb auch ein Blick auf Friedenspraktiken und Friedensvorstellungen der beteiligten Akteure vielversprechend sei. Eine besonders starke gegenseitige Beeinflussung von Friedenskongressen und Kriegsgeschehen ließe sich bei den durch Verhandlungen beendeten Kriegen feststellen. Für den Westfälischen Friedenskongress präsentierte Oetzel das Verhalten Kursachsens, das durch einen weitgehenden Rückzug aus den Verhandlungen mit Verweis auf die Gültigkeit des Prager Friedens ein Fortschreiten der Gespräche erschwert habe. Dieser „Prinzipientreue“ stellte Goetze die anfangs ähnliche kaiserliche Verhandlungsführung gegenüber, die sich aus militärischer Notwendigkeit jedoch immer mehr zu einem Pragmatismus gewandelt habe. Im Ergebnis sei daher die hohe Bedeutung einer pragmatischen Sicht auf die eigenen Handlungsspielräume für erfolgreiche Friedensverhandlungen zu konstatieren. Im letzten Vortrag der Sektion analysierte Calic das Dayton-Abkommen zur Beendigung des Bosnienkrieges, bei dem ein „reifer Moment“ durch ein militärisches Patt und dem aus der NATO-Intervention resultierenden Druck zum Friedensschluss führte. Allerdings entstand hier das Problem, dass die geringe Akzeptanz der beschlossenen Friedensordnung im entstandenen Staat Bosnien-Herzegowina zu einer bis heute andauernden politischen Erstarrung führte. Dies zeige, dass die Bewertung eines Friedensschlusses nicht allein anhand einer erfolgreichen Gewalteindämmung bemessen werden könne, sondern dass auch der Wille der Akteure zur Umsetzung eines Friedensvertrages miteinzubeziehen sei. Im Kontrast zu den Verhandlungsfrieden stellte Hirschfeld dar, wie der fehlende Friedenswille und der anhaltende Glaube an einen militärischen Sieg auf Seiten des Deutschen Reichs die letzten Jahre des Ersten Weltkriegs prägten. Die fehlende Akzeptanz der sich abzeichnenden Niederlage in weiten Teilen von Militär, Politik und Bevölkerung habe zu einer allgemeinen Enttäuschung und damit den schweren Auseinandersetzungen um die Verantwortung für die Niederlage in der Folgezeit geführt. Dana Landau (Genf) stellte in ihrem Sektionskommentar eine Verbindung zwischen dem Gegensatz von Pragmatismus und Prinzipientreue sowie Modellen wie der „logic of appropriateness“ her, die in der Politikwissenschaft genutzt werden. Zudem machte sie auf Parallelen zwischen dem Westfälischen Frieden und dem Dayton-Abkommen aufmerksam, die in der Festschreibung religiös bzw. ethnisch definierter geographischer Räume lagen – einerseits das Normaljahr 1624 und andererseits die Aufteilung Bosnien-Herzegowinas.

Als Moderatorin der Abschlussdiskussion verwies Claudia Kemper (Hamburg) unter anderem auf die grundlegende Frage, wie das Konzept der Wendepunkte zu verwandten Begriffen steht. Diesen Punkt übernahmen die Panelisten, zuerst Bo Stråth. Er verwies auf den Begriff der Schlüsselmomente, die sich oft erst rückwirkend ausmachen und zudem als Phasen bzw. Prozesse verstanden werden sollten. Christoph Kampmann (Marburg) verstärkte diese Überlegung und forderte eine Untersuchung von grundlegenden Konstellationen, statt isolierte Wendepunkte auszumachen. Unter diesem Aspekt sei auch eine interepochale Herangehensweise vielversprechend, die sich jedoch vor unsachlichen Gegenwartsbezügen und Alarmismus hüten müsse. Auch Lothar Brock (Frankfurt am Main) plädierte für ein weites Verständnis eines zugrundeliegenden Analysebegriffes und benannte hierbei die Vorzüge des Begriffs ‚Wendepunkte‘. In einem weiten Verständnis erlaube er durchaus die Untersuchung von Konfliktphasen, so dass interepochale Vergleiche möglich seien. In einer weiteren Runde betonten die Panelisten die Chancen, aber auch Probleme interepochaler Vergleiche, etwa, so Kampmann, die Unterschiede zwischen dem Friedensverständnis der Frühen Neuzeit und demjenigen des 20. Jahrhunderts. In der für alle Mitwirkenden geöffneten Diskussionsrunde fanden schließlich erneut die zentralen Fragen der Tagung Raum: Von verschiedenen Seiten wurde für einen pragmatischen Umgang mit dem Begriff ‚Wendepunkte‘ sowie einem Fokus auf einen positiven Friedensbegriff geworben.

Insgesamt fand das interepochale und interdisziplinäre Experiment der ‚Wendepunkte‘-Tagung ein positives Echo und so wurde das Anschlusspotential für weitere Forschungen betont. Konkret kamen in der Diskussion alltagsgeschichtliche, sozialgeschichtliche und gender(-historische) Perspektiven auf, derer sich Anschlusstagungen widmen sollten.

 

Wendepunkte: Friedensende und Friedensanfang vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Gegenwart

Datum: 24.–26.10.2018, Ort: Osnabrück

Veranstalter*innen: Ulrich Schneckener, Deutsche Stiftung Friedensforschung, Osnabrück; Siegrid Westphal, Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit, Universität Osnabrück; Michael Rohrschneider, Zentrum für Historische Friedensforschung, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; Christoph Rass, Historisches Seminar, Universität Osnabrück

Tagungsübersicht

Eröffnung und Begrüßung durch die Veranstalter:

Ulrich Schneckener (Osnabrück) / Michael Rohrschneider (Bonn)

Sektion I: Zur Analyse von Friedensende und Friedensanfang: Theoretische Ansätze und Konzepte

Moderation und Impuls: Ulrich Schneckener (Osnabrück)

Anna Geis (Hamburg) Vom “negativen” zum “positiven” Frieden: Herausforderungen einer langfristigen Konflikttransformation aus sozialwissenschaftlicher Perspektive

Guido Braun (Mulhouse): Vom Frieden zum Krieg und vom Krieg zum Frieden: Frühneuzeitliche Perspektiven der Historischen Konflikt- und Friedensforschung

Bo Stråth (Helsinki): Friedensutopien und Wiederholungsstrukturen

 

Sektion II: Wendepunkte: Wann und warum geht der Frieden verloren?

Moderation und Impuls: Christoph Rass (Osnabrück)

Maria-Elisabeth Brunert (Bonn): Vom Prager Fenstersturz zum Dreißigjährigen Krieg? Stationen auf dem Weg in den „Großen Krieg“ der Frühen Neuzeit

Armin Heinen (Aachen): Die Narrativen der Geschichtswissenschaft und die vielen Wege in den Ersten Weltkrieg – oder – Ehrenmänner in Zeitnot

Florian Bieber (Graz): Der Weg in den Krieg. Unausweichbarkeit, Demokratisierung und Kriegsursachen in Jugoslawien.

Kommentar: Philipp Gassert (Mannheim)

 

Sektion III: Verpasste Gelegenheiten, gescheiterte Anläufe: Versuche zum Frieden während des Krieges

Moderation und Impuls: Michael Rohrschneider (Bonn)

Volker Arnke (Osnabrück): Eger – Lübeck – Prag – Köln – Goslar: Verhandlungen und Verträge zwischen Frieden und Krieg 1619–1642

Holger Afflerbach (Leeds) Eine Internationale der Kriegsverlängerer? Friedensversuche während des Ersten Weltkriegs und ihr Scheitern

Thorsten Gromes (Frankfurt am Main): Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo: Gescheiterte Versuche der Kriegsbeendigung

Kommentar: Johannes Burkhardt (Augsburg)

 

Sektion IV: Wendepunkte: Wann und warum wird Frieden (wieder) möglich?

Moderation und Impuls: Siegrid Westphal (Universität Osnabrück)

Dorothée Goetze (Bonn)/ Lena Oetzel (Salzburg): „Weil es iedoch anderst nit sein könden“ – Friedensfindung zwischen Prinzipien und politischem Pragmatismus am Beispiel Kursachens und des Kaisers während des Westfälischen Friedenskongresses

Gerhard Hirschfeld (Stuttgart): Die Friedensuche, oder: Wie man nicht Frieden macht

Marie-Janine Calic (München): „Dayton – Mythos oder Modell?“

Kommentar: Dana Landau (Genf)

 

Abschlussdiskussion: Desiderate und Perspektiven epochenvergleichender Friedensforschung

Moderation: Claudia Kemper (Hamburg)

Lothar Brock (Frankfurt am Main), Christoph Kampmann (Marburg) Bo Stråth (Helsinki)

 

Zitierweise:
Arnke, Volker/Zur Lage, Julian: Wendepunkte: Friedensende und Friedensanfang vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Gegenwart. Tagungsbericht, in: Rheinische Geschichte – wissenschaftlich bloggen, 10.06.2020, http://histrhen.landesgeschichte.eu/2020/06/tagungsbericht-wendepunkte/